Die Sonne, die Erde und das Wetter

Datum 23.03.2019

Ohne Sonne kein Leben - diese Wortfolge beschreibt eindrücklich die Wichtigkeit des erdnächsten Sterns. Aus diesem Grund stehen die Sonne und ihr Einfluss auf Wetter und Klima im Fokus des heutigen Tages der Meteorologie.

 

Traditionell wird jedes Jahr am 23. März der Welttag der Meteorologie begangen. Dieser Thementag geht zurück auf das Inkrafttreten der Konvention zur Gründung der WMO (World Meteorological Organization) im Jahre 1950, als Nachfolgeorganisation der IMO (International Meteorological Organization), die im Jahre 1873 gegründet wurde. Die WMO ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen (UN) und die Bundesrepublik Deutschland wird dort durch den Deutschen Wetterdienst seit 1954 vertreten.

Die WMO mit Sitz in Genf besteht derzeit aus 192 Mitgliedsstaaten und Territorien. Zu ihren Aufgaben zählt die Koordinierung aller nationalen Wetterdienste, aber auch die Förderung der internationalen Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Meteorologie und der Hydrologie, die Standardisierung des Beobachtungswesens sowie Planung und Durchführung technisch-wissenschaftlicher Programme weltweit.

Üblicherweise gibt die WMO für den Welttag der Meteorologie ein besonderes Thema vor. In diesem Jahr steht der 23. März unter dem Motto "Die Sonne, die Erde und das Wetter". Die Sonne liefert immerhin jene Energie, die das Leben auf der Erde erst erlaubt. Zudem ist sie der Motor des Wettergeschehens schlechthin und hat Einfluss auf die Zirkulation in den Weltmeeren. Außerdem bestimmt die Sonne die täglichen Aktivitäten der Menschen und hat Einfluss auf das Wohlbefinden und unsere Stimmung.

Den letzten Punkt konnten Sie in den vergangenen Tagen unmittelbar überprüfen, denn in vielen Regionen der Bundesrepublik sorgte Hoch HANNELORE für ein hoffentlich "sonniges" Gemüt. Abgesehen von zwischendurch über den Himmel hinwegziehenden hohen Wolkenfeldern schien die Sonne von einem oft wolkenlosen Himmel. Allerdings gilt diese Diagnose nicht für alle Landesteile. Besonders im Norden und Nordosten konnte sich der Hochdruckeinfluss nicht so richtig durchsetzen. Die Folge davon waren dichte Wolken, die teils den ganzen Tag charakterisierten.

Auch am heutigen Tag gibt es meteorologisch gesehen eine gewisse Zweiteilung des Landes. Hoch HANNELORE verlagert den Schwerpunkt langsam in Richtung Osteuropa, kann aber immerhin noch auf die Südosthälfte Deutschlands starken Einfluss ausüben. Dort steht erneut ein sonniger und sehr milder Tag bevor. Den Nordwesten tangiert hingegen die Kaltfront von Tief KARSTEN, das heute Mittag mit seinem Zentrum im Europäischen Nordmeer vor der Küste Norwegens erwartet wird. Bereits heute Vormittag ist es im Norden und Nordwesten stark bewölkt oder bedeckt, besonders im Nordosten teils auch durch ausgedehnte Nebelfelder trüb. Stellenweise kommt es in diesen Regionen im Tagesverlauf auch zu geringfügigem Regen.

In weiterer Folge schwächelt Hoch HANNELORE deutlich. Am Sonntag erreicht die Kombination aus dichter Bewölkung und leichtem Regen schließlich die Regionen zwischen dem Mittelgebirgsraum und der Donau. Nördlich und südlich davon scheint zumindest zeitweise die Sonne. Den Unterschied macht aber der Wärmeinhalt der Luftmasse aus: Südlich der Luftmassengrenze werden nochmals Tageshöchstwerte zwischen 16 und 19 Grad erreicht, nördlich davon ist es mit nur ein wenig mehr als 10 Grad deutlich kühler.

Am Montag mischt sich schließlich ein kleines Tief, das von Island über das Nordmeer und Norwegen bis zur Ostsee zieht, in das Wettergeschehen ein. Der Wochenbeginn gestaltet sich damit wechselhaft mit Schauern und einzelnen Gewittern sowie starken bis stürmischen Böen.

Mag.rer.nat. Florian Bilgeri

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 23.03.2019

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