Eines der wichtigsten Dinge unseres Hauses haben wir noch garnicht näher beschrieben: Die Heizungen unseres Hauses.
Nach dem ersten (Rest-)sommer und dem ersten Winter in unserem Haus wollen wir die Heizungen kurz vorstellen und mal ein erstes Fazit ziehen.
Die Heizungen wurden von der Firma NWM-Energietechnik aus Bad Kleinen geplant und eingebaut.
Im ganzen Haus verfügen wir über eine Fußbodenheizung bzw. -kühlung. Wie das in den neuen Häusern so ist haben wir uns auch für eine Wärmepumpe entschieden. Damit haben wir den Energiestandard 40+ erreicht.
Verbaut wurde eine- nein zwei Luft-Luft-Wärmepumpen der Marke Mitsubishi. Jaaa- die bauen auch Heizungen. :D Die bei uns verbauten Heizungen verfügen nur über die Außengeräte. Innengeräte gibt es keine. Die braucht es auch nicht, weil bei uns nicht die klassische wassergeführte Fußbodenheizung verbaut wurde, sondern eine sogenannte Direktkondensat-Wärmepumpe (von der Firma NWM auch „Direktwärmepumpe“ genannt).
Grob gesagt befindet sich bei diesen Heizungen kein Wasser in den Heizleitungen, welches dann durch die Wärmepumpe und Kältemittel erwärmt wird, sondern das Kältemittel befindet sich direkt in den Heizleitungen und wird dann entsprechend durch die Wärmepumpe und verschiedenen physikalische Vorgänge dann zum Erwärmen gebracht. Diese Wärme wird dann auf die Fußböden im Haus übertragen. Es werden aber nur die Stellen erwärmt, die sich abgekühlt haben. So entsteht im ganzen Haus eine gleichmäßige angenehm Strahlungswärme.
Da hier nicht Wasser wie bei klassischen Fußbodenheizungen erwärmt werden muss arbeitet die Wärmepumpe effizienter und man benötigt keine Zirkulationspumpe um das Heizwasser durch die Leitungen der Fußbodenheizungen zu pumpen.
Im Sommer kehrt sich der Prozess dann um wenn man dies möchte und das Kältemittel kühlt die Fußböden und damit die Räume herunter. Dann arbeiten die Wärmepumpen wie ein Kühlschrank.
Eine etwas genauere Beschreibung dieser Heizungsart sind hier zu finden (externer Link zur Firma NWM).
Nachteil dieser Heizungsart: Man kann nicht jeden Raum mit einem Thermostat einzeln regeln. Es existiert im ganzen Haus an einem zentralen Ort nur ein Thermostat an dem man dann die Soll-Temperatur einstellt. Natürlich wird bei der Heizungsplanung abgefragt, wie hoch die Temperaturen in den einzelnen Räumen grundsätzlich sein soll. Dementsprechend werden dann die Heizschlangen verlegt.
Der Thermostat hängt dann in einem Referenzraum. Hier kann man dann die Temperaturen raus und runter regeln. Die Temperaturen der einzelnen Räume werden dann entsprechend wärmer oder kälter. Die Wärmepumpen laufen auch nur dann, wenn der eingestellte Sollwert der Thermostate unterschritten bzw. bei der Kühlfunktion überschritten wird.
Wir hatten uns in allen Räumen des Hauses auf die Grundtemperatur 21 Grad geeinigt sodass überall grundsätzlich das gleiche Raumklima herrscht.
Warum denn nun zwei Wärmepumpen? Das war eine clevere Idee der Heizungsfirma. Weil eben diese Art der Heizung nur über ein einziges Thermostat geregelt werden kann hat man uns eine Wärmepumpe mit entsprechenden Heizkreisen und Thermostat für das Erdgeschoß und eine Wärmepumpe mit eigenen Heizkreisen und Thermostat für das Obergeschoß eingebaut. So können wir die beiden Stockwerke unabhängig voneinander temperieren.
Für das erhitzen des Wassers wurde eine dritte Wärmepumpe - eine Brauchwasserwärmepumpe der Firma Ditech mit einem Wasserkessel mit 250l Volumen – in unserem Technikraum aufgebaut. Die ist ausschließlich für das erwärmen des Wassers zuständig.
Außerdem wurde im Gäste-WC und im Badezimmer je ein elektrischer Handtuchheizkörper installiert. Die haben wir jedoch so gut wie nie in Betrieb. Wenn, dann nur um wirklich mal Handtücher oder einzelne Kleidungsstücke zu trocknen, wenn es schneller gehen soll. Für die Raumluft zu erwärmen brauchen wir sie nicht. Außerdem sind das auch kleine Stromfresser und in der Bedienung auch nicht grad sehr intuitiv.
Auch im Keller hätte uns die Firma NWM eine weitere Wärmepumpe mit Fußbodenheizung eingebaut. Aber da es nur ein ungedämmter Nutzkeller ist haben wir darauf verzichtet. Da es jedoch im Winter doch recht frisch im Kellerchen wurde, werden wir da evtl. mit Infrarotheizungen etwas nachhelfen.
Unsere ersten Erfahrungen:
Man muss sich doch etwas umgewöhnen, wenn man bisher Heizkörper gewöhnt war: Die drehte man am Regler auf in den einzelnen Räumen und dann wurden se mehr oder weniger schnell warm.
Die Fußbodenheizung ist da schon etwas träge und man kann eben nicht die einzelnen Räume getrennt voneinander heizen, was aber auch nicht nötig ist.
Wir mussten auch an den Thermostaten mit den Solltemperaturen rumprobieren. Denn durch die Größe der Fußbodenfläche wurde es im Wohn-/Ess-Kochbereich im Vergleich zu den anderen Räumen im EG recht warm. Bei einer Solltemperatur kamen wir da auf 25 Grad während die anderen Räume die 21 Grad erreichten. Da muss man halt ausprobieren.
Aber es war zu keinem Zeitpunkt kalt im Haus, sondern wirklich sehr angenehm warm durch diese Strahlungswärme. Und es wird auch kein Staub aufgewirbelt was für das Raumklima extrem vorteilhaft ist.
Die Kühlung konnten wir im vergangenen Sommer ja auch noch testen. Auch da muss man sich an das Wohlfühlklima rantasten. Denn auch kräftig kühlen kann diese Heizungsart. Bei eingestellten 21 Grad Solltemperatur powerte die Wärmepumpe die Temperatur im großen Wohnbereich auf 19 Grad runter. Bei schwülen 35 Grad draußen natürlich ein Träumchen. Aber da muss man auch die Luftfeuchtigkeit im Haus achten. Bei unserem Einzug war die noch bei über 70 % was dann zu Kondenswasser auf dem Fußboden führte, was natürlich nicht gut ist. Da muss man halt drauf achten, dass die Solltemperatur an den Thermostaten nicht zu tief eingestellt ist.
Aber alles in allem sind wir bislang sehr zu Frieden mit unseren Wärmepumpen. Sie sorgen für ein richtiges Wohlfühlklima im ganzen Haus – Sommer wie Winter.
Und auch die Brauchwasserwärmepumpe arbeitet sehr gut. Bislang konnten wir die Pumpe stets im ECO-Modus bei einer Wassertemperatur von 50 Grad arbeiten lassen. Auch bei den frischen Temperaturen im Keller war das Wasser immer sehr Warm bis heiß. Der zusätzliche Heizstab musste noch nicht zugeschaltet werden.
Also bislang alles fein. :)