Deutscher Wetterdienst

Wetter- und Warnlage für Deutschland

ausgegeben von der Vorhersage- und Beratungszentrale in Offenbach
am Freitag, 09.01.26, 15:19 Uhr


Von der Nordsee bis zur Lausitz kräftige Schneefälle, im Norden mit
Verwehungen (teils Unwetter), nachmittags etwas nachlassend. Im Südwesten
und an der Nordsee Sturmböen, exponiert auch orkanartige Böen. Nachts in
den Mittelgebirgen teils kräftige Schneefälle. 


Wetter- und Warnlage:
Ein Sturmtief zieht unter rascher Abschwächung über die Mitte
südostwärts. Im Süden ist dabei anfangs noch milde Meeresluft wirksam.
Diese wird von der bereits über dem Norden lagernden, kalten Polarluft bis
Samstag aber wieder verdrängt. 

SCHNEEFALL:
Heute Nachmittag und Abend in einem breiten Streifen vom Nordwesten über
die nördliche Mitte bis in den Osten anhaltende, aber langsam an
Intensität einbüßende Schneefälle. Neuschneemengen nochmal bis 5 cm,
lokal darüber. Ansonsten vornehmlich im Bergland oberhalb von 200-400 m
(westliche, zentrale Mittelgebirge) bzw. oberhalb von 400-700 m (südliche
Mittelgebirge) erneut einsetzender Schneefall. Bis zum Abend vor allem in
der Eifel und im Rothaargebirge bereits 5-10 cm Neuschnee, sonst meist 1-5
cm.

In der Nacht zum Samstag im Norden und Nordosten weiter nachlassender
Schneefall, nur an der Küste einige Schneeschauer und kleinräumig wenige
Zentimeter Neuschnee möglich. Ansonsten verbreitete Niederschläge, etwa
bis zur Mainlinie bis in tiefe Lagen in Schnee übergehend, im Süden
Schneefallgrenze bei etwa 300-500 m. Dabei bis Samstagfrüh meist 1-5 cm
Neuschnee, in Staulagen (z. B. Eifel, Hunsrück, Odenwald) um 10 cm. Im
Schwarzwald ergiebigere, bis in die Nacht zum Sonntag anhaltende
Schneefälle mit Neuschneemengen von 20 bis 40 cm, in Staulagen bis 50 cm.


Am Samstag in der Mitte und im Süden weiter Schneefall, bis zum Abend in
die Regionen südlich des Mains zurückziehend. Neben dem Schwarzwald dann
auch im Oberallgäu teils kräftige Schneefälle und Neuschneemengen von 10
bis 20 cm, in Staulagen bis 30 cm bis Sonntagvormittag. Sonst meist nur
wenige Zentimeter Neuschnee, bevorzugt im Bergland teils aber auch um 5
cm.


SCHNEEVERWEHUNGEN (teils Unwetter):
Heute vom Nordwesten und Norden bis in den Osten in Verbindung mit böigem
Ostwind gebietsweise Schneeverwehungen, von der Nordsee bis etwa zum Raum
Bremen und Hamburg teils auch UNWETTER durch starke Schneeverwehungen.

Im Laufe der Nacht zum Samstag im Binnenland mit nachlassendem Wind langsam
abnehmende Verwehungsgefahr, in Küstennähe anhaltende Schneeverwehungen,
vor allem an der Nordsee anfangs mit Unwettergefahr.

Am Samstag im Norden und Nordwesten nachlassende Verwehungsgefahr, dafür
im Schwarzwald und im Oberallgäu Verwehungen möglich.

WIND/STURM (teils UNWETTER):
Heute im Nordwesten und Norden frischer Ostwind mit steifen bis
stürmischen Böen (7-8 Bft), an der See Sturmböen (9 Bft), an der Nordsee
sowie entlang der schleswig-holsteinischen Ostseeküste auch schwere
Sturmböen (10 Bft). 
Im Westen und Südwesten und Süden lebhafter Südwestwind mit ebenfalls
steifen bis stürmischen Böen (7-8 Bft), exponiert und bei Schauern
Sturmböen (9 Bft). In den Kamm- und Gipfellagen der Mittelgebirge und der
Alpen (schwere) Sturmböen (9-10 Bft), auf exponierten Schwarzwaldgipfeln
orkanartige Böen (11 Bft).

In der Nacht zum Samstag langsam abnehmender Wind. Im Norden und Nordwesten
steife Böen (7 Bft) aus Ost bis Nordost, an den Küsten und im
küstennahen Binnenland stürmische Böen (8 Bft), exponiert Sturmböen (9
Bft), auf den Ostfriesischen Inseln schwere Sturmböen (10 Bft) möglich.
Im Südwesten und Süden gebietsweise steife Böen (7 Bft), in höheren und
freien Lagen vereinzelt stürmische Böen (8 Bft) aus Südwest bis West. In
den Gipfellagen des Schwarzwaldes und der Alpen Sturmböen (9 Bft), auf
exponierten Gipfeln schwere Sturmböen (10 Bft).

Am Samstag weitere Windabnahme. An den Küsten bei auflandigem Nordost- bis
Nordwind noch steife, exponiert stürmische Böen (7-8 Bft), von Westen
nachlassend. Auch zwischen Schwarzwald und Alpen gebietsweise noch steife
Böen (7 Bft) aus West, im Hochschwarzwald und auf den Alpengipfeln
Sturmböen (8-9 Bft), zum Abend nachlassend.

FROST/GLÄTTE:
Heute nordöstlich einer Linie Ostfriesland-Westerzgebirge überwiegend
Dauerfrost zwischen -6 und 0 Grad. 

In der Nacht auf Samstag abgesehen von tiefen Lagen im Südwesten und
Süden verbreitet frostig. Meist zwischen 0 und -5 Grad, im Norden und
Osten -5 bis -9 Grad. Dabei neben Schneeglätte auch Glätte durch
überfrierende Nässe möglich. 

Am Samstag in der Nordhälfte (von den Küsten abgesehen) Dauerfrost bei
Höchstwerten zwischen -7 bis 0 Grad.



Detaillierter Wetterablauf:
Heute im Nordosten und südlich der Donau überwiegend trocken und
aufgelockert bewölkt. Von der Nordsee bis zur Lausitz bedeckt und
mäßiger Schneefall mit gebietsweise unwetterartigen Verwehungen. In den
restlichen Landesteilen viele Wolken und schauerartige Niederschläge,
zunächst nur im Bergland Schnee, in tieferen Lagen Regen, zum Abend von
Westen langsam absinkende Schneefallgrenze. Höchsttemperatur zwischen -6
Grad an der Oder und bis +9 Grad im Südwesten. Mäßiger bis frischer, in
Böen starker, vor allem im Südwesten und im Norden stürmischer Wind, in
der Nordosthälfte aus Ost, in der Südwesthälfte aus Südwest, auf
Nordseeinseln und im Schwarzwald in exponierten Lagen auch orkanartige
Böen.
In der Nacht zum Samstag im Norden wechselnd bewölkt, nur ganz vereinzelt
Schneeschauer, im äußersten Südosten stark bewölkt, meist trocken.
Ansonsten viele Wolken und vielerorts schauerartige Niederschläge,
allmählich bis in tiefe Lagen wieder in Schnee übergehend, in Staulagen
teils kräftige Schneefälle. Abkühlung auf +3 bis -5 Grad, im Norden und
Osten teils bis -9 Grad. Im Küstenumfeld weiterhin stürmischer Ostwind,
auch im südwestlichen Bergland noch Südweststurm, sonst nachlassend. 


Am Samstag im Norden wechselnd bewölkt und im Küstenumfeld sowie im
Nordosten einzelne Schneeschauer. Sonst stark bewölkt, zögerlich sich in
die Südhälfte zurückziehende Schneefälle, in tiefen Lagen anfangs teils
noch mit Regen vermischt. In Staulagen mitunter kräftiger Schneefall.
Höchstwerte zwischen -7 Grad im Osten und bis +4 Grad im Süden. Im Süden
mäßiger, teils stark böig auflebender Westwind. Im Norden schwacher bis
mäßiger Nordostwind, an der Küste steife Böen.
In der Nacht zum Sonntag im Süden stark bewölkt und zeitweise Schneefall.
Auch im Osten bei wechselnder Bewölkung einzelne Schneeschauer, ansonsten
meist niederschlagsfrei und gebietsweise Aufklaren. Tiefstwerte -5 bis -12
Grad, örtlich über Schnee auch noch darunter. An den Küsten und am
Oberrhein um -2 Grad.


Am Sonntag an den Alpen und am Erzgebirge anfangs noch Schneefall, später
auch dort meist trocken und vermehrt auflockernde Bewölkung. Ansonsten
heiter bis wolkig, vor allem im Nordosten und im Westen auch sonnig,
trocken. Verbreitet Dauerfrost bei Tageshöchstwerten -7 Grad im Vogtland
und bis 0 Grad in Südbaden sowie an den Küsten. Im Osten zunächst
mäßiger Nordwestwind, sonst schwachwindig.
In der Nacht zum Montag von Westen Bewölkungsverdichtung, gegen Morgen vom
Emsland bis zur Pfalz etwas Schnee oder gefrierender Regen mit erheblicher
Glatteisgefahr! Im Osten und Südosten oftmals klar oder gering bewölkt.
Abkühlung auf -4 bis -8 Grad im Nordwesten und Westen, sonst -10 bis -15
Grad, örtlich bei Aufklaren über Schnee auch darunter.


Am Montag in der Südwesthälfte bedeckt, zeit- und gebietsweise Regen, vor
allem zu Beginn und generell an der Ostkante des Niederschlagsgebietes
gefrierender Regen mit hoher Glatteisgefahr, Höchstwerte 0 bis +6 Grad. In
der Nordosthälfte längere sonnige Abschnitte und trocken, leichter
Dauerfrost bei -5 bis 0 Grad. Auffrischender Wind aus südlichen
Richtungen, im westlichen Bergland und im Umfeld der Nordsee starke bis
stürmische Böen.
In der Nacht zum Dienstag stark bewölkt bis bedeckt, allmählich nach
Osten ausgreifende Niederschläge, ganz im Osten oft Schnee, von
Schleswig-Holstein bis Südostbayern gefrierender Regen mit erhöhter
Glatteisgefahr, weiter westlich Regen ohne Glatteis. Später im Nordwesten
und Südwesten meist abklingende Niederschläge. Tiefstwerte von West nach
Ost zwischen +3 Grad und -8 Grad.


Deutscher Wetterdienst, VBZ Offenbach, Dipl.-Met. Marcel Schmid