Pressemeldung des DWD vom 27.02.2025
Ein milder, sonniger und extrem trockener Februar
Offenbach, 27. Februar 2025 – Der letzte meteorologische Wintermonat 2025 imponierte mit einem raschen Temperaturanstieg: Nach frostiger Schärfe in der zweiten Monatsdekade wurde es binnen weniger Tage abrupt frühlingshaft. Der Niederschlag blieb vielerorts spärlich, besonders im Norden, während die stabile und windschwache Wetterlage die Luftqualität verbreitet verschlechterte. Unterdessen legte die Sonne eine beeindruckende Aufholjagd hin und zeigte sich vor allem im Osten und im Bergland häufig, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2 000 Messstationen meldete.
Rascher Wechsel von Winter- zu Frühlingstemperaturen in der dritten Monatsdekade
Das Temperaturmittel lag im Februar 2025 mit 1,4 Grad Celsius (°C) um 1,0 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990 (0,4 °C). Im Vergleich zur aktuellen und wärmeren Vergleichsperiode 1991 bis 2020 (1,5 °C) wurde das Mittel um 0,1 Grad unterschritten. In der zweiten Monatsdekade setzte der Februarwinter vor allem im Osten ein deutliches Ausrufezeichen. Während eisiger Nächte meldete Deutschneudorf-Brüderwiese im Erzgebirge am 18. mit - 19,7 °C das bundesweite Februarminimum. Zu Beginn der letzten Monatsdekade kletterten die Temperaturen innerhalb von drei Tagen auf Frühlingsniveau. In Metzingen, am Nordrand der Schwäbischen Alb, wurde dabei am 21. der Spitzenwert von 18,9 °C registriert.
Teilweise wochenlange Trockenheit mit extremer Niederschlagsarmut im Norden
Im Februar fielen mit rund 24 Litern pro Quadratmeter (l/m²) 49 Prozent des Niederschlags der Referenzperiode 1961 bis 1990 (49 l/m²). Im Vergleich zu 1991 bis 2020 betrug die Menge nur 45 Prozent des Solls (53 l/m²). Vorübergehende Niederschläge fokussierten sich auf die zweite Februarwoche, mit der höchsten Tagesmenge von 36,1 l/m² am 12. in Freudenstadt-Kniebis (Nordschwarzwald), sowie auf die letzten Monatstage. Dazwischen blieb es über weite Strecken niederschlagsarm. Im Norddeutschen Tiefland, wo gebietsweise unter 5 l/m² im Februar fielen, erreichte die Trockenheit ein Extremmaß. Der Schwarzwald stach mit über 100 l/m² als nasseste Region hervor. Schneefreunde kamen im Februar lediglich in den Mittelgebirgen sowie in Teilen Ostdeutschlands, darunter auch Berlin, auf ihre Kosten. Aufgrund der überwiegend windschwachen, stabilen und trockenen Februarwitterung verschlechterte sich die Luftqualität in vielen Regionen durch verstärkte Emissionen zeitweise deutlich.
Sonnige Aufholjagd im Februar – vor allen im Osten und im Bergland
Mit fast 93 Stunden überragte die Sonnenscheindauer im Februar ihr Soll von 72 Stunden (Periode 1961 bis 1990) um rund 29 Prozent. Im Vergleich zu 1991 bis 2020 (76 Stunden) betrug die positive Abweichung rund 22 Prozent. Im östlichen und südlichen Bergland sowie in Teilen des ostdeutschen Tieflandes zeigte sich die Sonne besonders großzügig. Im äußersten Norden, aber auch in den Tälern des Südwestens schien sie seltener.
Das Wetter in den Bundesländern im Februar 2025
(In Klammern finden Sie die vieljährigen Mittelwerte der internationalen Referenzperiode 1961-1990. Der Vergleich aktueller mit diesen vieljährigen Werten ermöglicht eine Einschätzung des längerfristigen Klimawandels)
Baden-Württemberg: Im Südwesten schwankte der Februar 2025 zwischen winterlicher Kälte und ersten frühlingshaften Erwärmungstendenzen. Insbesondere zu Beginn der letzten Monatsdekade zeigte sich ein abrupter Temperaturanstieg. In Metzingen, am Nordrand der Schwäbischen Alb, wurde dabei am 21. mit 18,9 °C die bundesweit höchste Temperatur im vergangenen Monat festgehalten. Dem gegenüber stand in der zweiten Monatsdekade noch ein landesweiter Kaltlufteinbruch mit zum Teil strengen Nachtfrösten von unter minus 10 °C. Am Ende wurde für den Februar eine milde Gebietsmitteltemperatur von 2,1 °C (0,5 °C) bilanziert. Niederschläge fokussierten sich dabei auf die zweite Monatswoche und die letzten Wintertage. Insgesamt blieb es in der Fläche mit rund 51 l/m² (68 l/m²) zu trocken. Im Schwarzwald wurden mit über 100 l/m² die höchsten Niederschlagsmengen gemessen. Baden-Württemberg war im bundesweiten Vergleich die nasseste Region. In den Gipfellagen kam bei reichlich Sonnenschein auch dauerhafte Schnee- und Winterfreude auf. In den Niederungen dominierten oftmals Hochnebelfelder. Dennoch konnte der Deutsche Wetterdienst für Baden-Württemberg eine Sonnenscheindauer von 85 Stunden (76 Stunden) erfassen.
Bayern: In Bayern schwankte die Februarwitterung zwischen winterlicher Kälte und teils sprunghaften Erwärmungsphasen. In Oberstdorf wurden am 21. frühlingshafte 17,6 °C registriert. Dagegen startete der 15. dort noch mit einer Tiefsttemperatur von -14 °C. Für das gesamte Bundesland wurde im Februar 2025 ein Temperaturmittel von 0,8 °C (-0,6 °C) festgehalten. Diese wankelmütige Witterung wurde von einer deutlichen Niederschlagsarmut begleitet, die lediglich in der zweiten Monatswoche und am Monatsende unterbrochen wurde. Bis zum Finale bescherte der letzte Wintermonat dem Freistaat magere 26 l/m² (58 l/m²). Fast 98 Stunden (78 Stunden) zeigte sich die Sonne, wobei der meiste Sonnenschein mit über 170 Stunden (Zugspitze) in den schneeverwöhnten Gipfellagen genossen werden konnte. Trotz des sonnigen Winterpanoramas verzeichnete die Zugspitze zeitweise mit unter 110 cm eine außerordentlich geringe Februarschneehöhe, die – bei einem langjährigen Mittel von 260 bis 300 cm – ungeachtet gewisser Messunsicherheiten durch frühere Standortwechsel den extrem schneearmen Charakter in den höchsten Lagen verdeutlichte.
Berlin: In Berlin erreichte das Februarmittel der Lufttemperatur 1,3 °C (0,6 °C). Zum Ende der zweiten Monatswoche führte markanter Schneefall zu einer mehrtägigen Schneedecke. In den darauffolgenden Nächten sanken die Temperaturen deutlich, sodass die Frühwerte zeitweise unter -10 °C fielen. Mit Beginn der letzten Monatsdekade setzte sich zunehmend frühlingshafte Luft durch und beendete die winterliche Witterung binnen weniger Tage. Die Niederschlagsausbeute blieb ungewöhnlich mager. So wurden im vergangenen Monat extrem geringe 15 l/m² (35 l/m²) gemessen. Fulminant war hingegen die Sonnenscheindauer mit rund 105 Stunden (71 Stunden) – ein Plus von fast 48 Prozent.
Brandenburg: Brandenburg durchlebte im 0,8 °C (0,1 °C) temperierten Februar 2025 eine markante Wetterwende: Während die dritte Monatswoche noch von eisiger Kälte und schneebedeckter Landschaft geprägt war, setzte in den letzten Februartagen eine frühlingshafte Milderung ein. Am Beispiel Manschnow, Märkisch-Oderland, zeigt sich dieser Kontrast besonders deutlich: Der Tiefstwert sank am 18. auf -17,6 °C, bevor das Quecksilber am 24. auf 14,2 °C anstieg. Bis auf das Schneefallereignis zur Monatsmitte verlief der Monat zunächst ungewöhnlich trocken, ehe sich die Niederschläge zum Monatsende etwas häuften. In Summe brachte der Februar 2025 der Landesfläche aber nur extrem magere 14 l/m² (33 l/m²). Die Sonne schien hingegen 107 Stunden, was rund 53 Prozent über dem Mittelwert (70 Stunden) lag. Damit stellte Brandenburg den zweithöchsten Wert im Länderranking.
Bremen: In Bremen verharrte die Februarwitterung lange in einer zögerlichen Balance zwischen frostigen Nächten und nur mäßiger Tagesmilderung. Doch in der letzten Monatsdekade wurde der Winter sprunghaft verdrängt, als am 21. das Quecksilber mit 15,9 °C einen markanten Temperaturumschwung markierte. Das Februarmittel erreichte abschließend milde 2,7 °C (1,4 °C). Die wochenlange Trockenheit konnte trotz aufkommender Niederschläge in den letzten Monatstagen nicht beendet werden. Mit extrem niedrigen 8 l/m² (40 l/m²) fiel kaum Niederschlag. Bremen war damit bundesweit eine extrem trockene Region. Dafür machte die Sonne vor allem in der zweiten Monatshälfte Boden gut und erreichte 78 Stunden (68 Stunden).
Hamburg: Nachdem die ersten Februarwochen mit leichten Nachtfrösten einen winterlichen Charakter zeigten, setzte sich in der letzten Monatsdekade auch in Hamburg spürbar mildere Luft durch. In der Spitze stiegen die Höchstwerte am 21. auf 15 °C. Niederschläge waren ein seltenes Gut. So landeten im 2,3 °C (1,2 °C) milden Februar extrem geringe 7 l/m² (42 l/m²) in den Niederschlagstöpfen. Die Elbmetropole war damit die trockenste Region im Ländervergleich. Eine Glanzleistung lieferte die Sonne mit 78 Stunden (64 Stunden).
Hessen: 2025 beobachtete der DWD in Hessen einen launischen Februar. So sanken in der zweiten Monatsdekade während einer markanten Kältephase die Temperaturen spürbar. In den Mittelgebirgslagen gab es am 18. und 19. strenge Nachtfröste von unter -10 °C. Am 21. brachte ein plötzlicher Frühlingsschub mit Höchstwerten von über 16 °C im Rhein-Main-Gebiet den Winter abrupt ins Wanken. Mit im Mittel 1,6 °C (0,6 °C) endete der letzte meteorologische Wintermonat, in dem über eine lange Zeit ein erhebliches Niederschlagsdefizit herrschte. Kompensiert wurde es erst in den letzten Tagen. Unter dem Strich blieben aber nur 29 l/m² (52 l/m²) stehen. Zeitweise herrschte wegen der windschwachen und trockenen Witterung eine ungewöhnlich schlechte Luftqualität. Die Februarsonne schien trotz einiger trüber Tage mit rund 90 Stunden (69 Stunden) ausgesprochen oft.
Mecklenburg-Vorpommern: Der letzte meteorologische Wintermonat 2025 erreichte im Nordosten eine Durchschnittstemperatur von 1,5 °C (0,0 °C) und endete mit zum Teil frühlingshafter Luft. So stiegen am 22 und 24. die Höchstwerte auf teils über 12 °C. Dem gegenüber standen am 17. und 18. noch strenge Nachtfröste von unter -10 °C. Insbesondere in Vorpommern war diese Frostphase in der dritten Monatswoche mit einer Schneedecke verbunden. Insgesamt wurde aber von den Experten ein großes Niederschlagsdefizit für das Bundesland beobachtet: Nach letzten Berechnungen dürfte es in der Monatsbilanz bei extrem trockenen 12 l/m² (31 l/m²) bleiben. Üppig fiel die Sonnenscheinausbeute mit rund 90 Stunden (67 Stunden) aus.
Niedersachsen: Der Februar 2025 brachte Niedersachsen ein Temperaturmittel von 2,1 °C (1,1 °C). Die kälteste Phase mit mäßigen und strengen Nachtfrösten etablierte sich in der zweiten Monatsdekade. Anschließend erfolgte ein rasanter Temperaturanstieg: Im nordwestlichen Niedersachsen wurden am 21. frühlingshafte 17 °C registriert. Der Flächenniederschlag erreichte außergewöhnlich trockene 12 l/m², ein Defizit von minus 73 Prozent (44 l/m²). Die Sonnenscheindauer übertraf mit fast 88 Stunden ihr Soll von 66 Stunden.
Nordrhein-Westfalen: NRW war im Februar 2025 mit 3,0 °C (1,8 °C) die mildeste Region. Auf einen frostigen Monatsauftakt und einer eisigen Monatsmitte erhielten die Temperaturen mit Beginn der letzten Dekade kräftig Auftrieb. Am 21. schnellten die Höchstwerte im Ruhrgebiet auf 18,5 °C. In der Versenkung verschwand hingegen der Niederschlag. Ungewöhnlich geringe 22 l/m² (58 l/m²) wurden in der Fläche gemessen. In den Gipfellagen des Rothaargebirges lag dieser an Zweidrittel des Monats zumindest als eine dünne Schneedecke. Die Sonne zeigte sich NRW-weit mit 95 Stunden (72 Stunden) äußert großzügig.
Rheinland-Pfalz: Der Februar 2025 präsentierte sich in Rheinland-Pfalz mit milden 2,2 °C (1,1 °C). Frostig gestaltete sich vor allem die zweite Monatsdekade. Anschließend zog die Temperatur rasch an und gipfelte durch das starke Momentum in Kaiserslautern am 21. bei 18,3 °C. Zögerlicher war der Niederschlag, der dem Bundesland im letzten Monat 28 l/m²
(57 l/m²) brachte. Die Sonnenscheindauer betrug 84 Stunden (73 Stunden).
Saarland: Das kleinste Flächenland verzeichnete im Februar 2025 eine Mitteltemperatur von 2,8 °C (1,6 °C). Während zunächst nur leichte Nachtfröste und eine moderate Tageserwärmung die Witterung bestimmten, brachte die dritte Dekade einen markanten Temperaturanstieg, der mit 18,4 °C in Neunkirchen-Wellesweiler am 21. seinen Höhepunkt erreichte. Mit 36 l/m² Niederschlag fiel im Saarland nur 50 Prozent des Solls (72 l/m²). Nahezu den Klimawert (76 Stunden) erreichte dagegen die Sonnenscheindauer mit 75 Stunden. Damit dürfte das Saarland voraussichtlich die trübste Region im Februar 2025 bleiben.
Sachsen: Im Vergleich zu den anderen Bundesländern überzeugte der Februar 2025 in Sachsen als Wintermonat. Auch wenn in der vierten Woche der Frühling grüßte, zeigte das Temperaturmittel des vergangenen Monats 0,1 °C (-0,3 °C). Besonders eisig wurde es in der zweiten Monatsdekade. Deutschneudorf-Brüderwiese im Erzgebirge meldete am 18. mit -19,7 °C das bundesweite Februarminimum. Sachsen war im Ländervergleich das kälteste Bundesland. Deutlich unter dem Klimaziel befand sich die Niederschlagsmenge mit 14 l/m² (43 l/m²). Nahezu durchweg als Schnee legte sich dieser über die Hochlagen des Erzgebirges. Die Sonne erzielte mit 110 Stunden ein Plus von 57 Prozent (70 Stunden). Damit thronte Sachsen als sonnigstes Bundesland.
Sachsen-Anhalt: Auch in Sachsen-Anhalt erfolgte im 0,9 °C (0,4 °C) temperierten Februar nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes eine imposante Wetterwende: In der zweiten Monatsdekade wurde es noch einmal frostig. Dabei wurden in Oberharz am Brocken-Stiege am 18. eisige -19,0 °C gemessen. In der letzten Monatswoche wurde mit sehr milden Winden das Eis des Winters gebrochen und so stiegen die Höchstwerte am 22. auf bis zu 16,8 °C in Wernigerode. Damit erreichte der Temperaturanstieg in der Harzregion nahezu 36 Grad innerhalb von vier Tagen. Ein Rückgang wurde hingegen beim Flächenniederschlag mit 16 l/m² (33 l/m²) beobachtet, während bei der Sonnenscheindauer mit 97 Stunden ein Hochlauf von Plus 43 Prozent gegenüber dem Klimawert (68 Stunden) ermittelt werden konnte.
Schleswig-Holstein: Der Norden Deutschlands durchlief im 2,1 °C (0,7 °C) milden Februar 2025 eine thermische Tal- und Bergfahrt. Während am 18. noch vielerorts strenge Nachtfröste beobachtet wurden, stiegen die Höchstwerte am 21. in den südwestlichen Gefilden auf über 13 °C. Unter der Dominanz von hohem Luftdruck wurde die Niederschlagsausbeute mit 11 l/m² (42 l/m²) extrem stark gedämpft. Die Sonne strahlte dafür rund 77 Stunden (65 Stunden).
Thüringen: Thüringen meldete im letzten meteorologischen Wintermonat 2025 eine Temperatur von 0,3 °C (-0,4 °C). Innerhalb der zweiten Monatsdekade zeigte der Winter mit strengen Nachtfrösten von unter minus 10 °C noch einmal seine Krallen. Mit Beginn der letzten Dekade erlebte die Temperatur eine regelrechte Wärme-Rallye und schoss am 21. in der Spitze auf 15,6 °C (Olbersleben, im Nordwesten des Thüringer Beckens). Mit 20 l/m² (44 l/m²) zeigte der Februar sein trockenes Gesicht. In den höchsten Lagen legte sich dieser als dünne Schneedecke nieder. Mit einer strahlenden Performanz präsentierte sich die Sonne mit 95 Stunden (69 Stunden).
Alle in dieser Pressemitteilung genannten Monatswerte sind vorläufige Werte. Die Sonnenscheindauer wird seit August 2024 teilweise aus Satellitendaten abgeleitet. Die für die letzten beiden Tage des Monats verwendeten Daten basieren auf Prognosen. Bis Redaktionsschluss standen nicht alle Messungen des Stationsnetzes des DWD zur Verfügung.
Hinweis: Die bundesweiten Spitzenreiter bei Temperatur, Niederschlag und Sonnenscheindauer finden Sie jeweils am zweiten Tag des Folgemonats als „Thema des Tages“ unter www.dwd.de . Einen umfassenden klimatologischen Rückblick und eine Vorschau finden Sie ab dem 10. des Folgemonats unter www.dwd.de/klimastatus .