WARNLAGEBERICHT für Deutschland

ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst
am Freitag, 09.01.2026, 05:00 Uhr

Vom Nordwesten über die Mitte bis in die Osthälfte kräftige, vereinzelt
unwetterartige Schneefälle und Schneeverwehungen. In einigen
Mittelgebirgen anfangs gefrierender Regen, in Südostbayern unwetterartig.
Im Südwesten und an der Nordsee (schwere) Sturmböen, in Gipfellagen
orkanartige Böen.

Entwicklung der WETTER- und WARNLAGE:

Ein Sturmtief zieht vom Ärmelkanal bis heute Abend ins
deutsch-niederländische Grenzgebiet. Dabei gelangt in den Süden und
Westen vorübergehend mildere Atlantikluft, während es im Norden und Osten
in starker Ostströmung kalt bleibt. 

SCHNEEFALL(teils UNWETTER):
Heute Früh über die Mitte weiter nordostwärts vorankommende
Schneefälle, bis zum Vormittag etwa eine Linie Elbmündung-Berlin-Lausitz
erreichend. 
Dabei bis zum frühen Nachmittag in einem Streifen von Ostbayern über die
Mitte und die Norddeutsche Tiefebene bis zum Emsland verbreitet
Neuschneemengen zwischen 5 und 10 cm, regional um 15 cm in 12 h, in
Staulagen der Mittelgebirge vereinzelt bis 20 cm nicht ausgeschlossen. Ein
Großteil des Schnees fällt dabei innerhalb von 3 bis 6 h (gebietsweise
UNWETTER)!
Zum Nachmittag und Abend nachlassende Schneefälle und nur noch wenige
Zentimeter Neuschnee.
Im weiteren Tagesverlauf zunächst in den westlichen, später auch in den
zentralen Mittelgebirgen Absinken der Schneefallgrenze bis in mittlere
Lagen. Neuschneemengen zwischen 2 und 7 cm, in höheren Lagen auch um 10 cm
in 6 bis 12 h.

In der Nacht auf Samstag über die Mitte südwärts vorankommende
Schneefälle, dann auch wieder bis in tiefe Lagen wenige Zentimeter
Neuschnee, im Bergland 5 bis 10 cm in 12 h, staubedingt vereinzelt auch
darüber.

SCHNEEVERWEHUNGEN (teils Unwetter):
Heute Früh und tagsüber in einem Streifen vom Nordwesten über den Norden
bis in den Osten Deutschlands in Verbindung mit starken bis stürmischen
Ostwind markante, regional auch UNWETTERartige Schneeverwehungen.
Erst in der Nacht auf Samstag mit nachlassendem Wind zumindest im
Binnenland langsam abnehmend.

GLÄTTE/GLATTEIS (teils UNWETTER):
Heute Früh und am Vormittag beim Übergang von Schnee zu Regen am ehesten
in einigen zentralen und nördlichen Mittelgebirgen vorübergehend Gefahr
von markantem Glatteis. 
Gebietsweise auch Glätte durch Überfrieren von Nässe, örtlich markant.
Im Südosten von Bayern bei kälteren Temperaturen bis zum Vormittag noch
andauernder Glatteisregen mit regional UNWETTERartigen Auswirkungen.

Im weiteren Tagesverlauf auch im Südosten allmähliche Entspannung der
Glatteislage.

WIND/STURM (teils UNWETTER):
Im Nordwesten und Norden starker bis stürmischer Ostwind. An den Küsten
Sturmböen um 80 km/h (Bft 9), an der Nordsee sowie entlang der
schleswig-holsteinischen Ostseeküste auch schwere Sturmböen bis 100 km/h
(Bft 10). Über der offenen Nordsee (Helgoland) orkanartige Böen bis 110
km/h (Bft 11). 
Ausgreifend bis in die Norddeutsche Tiefebene steife bis stürmische Böen
60 bis 70 km/h (Bft 7 bis 8), von Ostfriesland bis nach Schleswig-Holstein
exponiert auch Sturmböen.

Im Westen und Südwesten, etwa vom Niederrhein in einem Bogen über Hessen,
das westliche Franken bis ins westliche Alpenvorland vor allem ab ausgangs
der Nacht vielerorts steife, exponiert stürmische Böen (Bft 7 bis 8) aus
Südwest bis Süd, im Südwesten auch Sturmböen (Bft 9). In den Kamm- und
Gipfellagen der Mittelgebirge und der Alpen Sturm- und schwere Sturmböen
(Bft 9 bis 10), auf exponierten Schwarzwaldgipfeln auch orkanartige Böen
(Bft 11).
In den übrigen zentralen, nördlichen, östlichen und ostbayerischen
Mittelgebirgen zumindest in den Kamm- und Gipfellagen zeitweise stürmische
Böen bzw. Sturmböen aus Süd bis Südost, in einigen Lee-Lagen steife
Böen.

In der Nacht zum Samstag nur langsam abnehmender Wind. An den Küsten bis
Samstagfrüh aber noch stürmische Böen und Sturmböen aus Ost.
Im Südwesten zumindest in höheren und freien Lagen bis Samstagfrüh noch
steife, vereinzelt stürmische Böen aus Südwest bis West, in den
Gipfellagen des Schwarzwaldes, des Bayerwaldes und der Alpen Sturmböen,
auf exponierten Gipfeln schwere Sturmböen.

FROST:
Heute Früh im Norden und Osten sowie im Bergland verbreitet leichter bis
mäßiger Frost, an der Oder stellenweise strenger Frost um -10 Grad. 

Tagsüber nordöstlich einer Linie Ostfriesland-Westerzgebirge überwiegend
Dauerfrost zwischen -6 und 0 Grad. 

In der Nacht auf Samstag abgesehen vom Südwesten und Süden verbreitet
frostig. Meist zwischen -5 und 0 Grad, nach Nordosten auch zwischen -9 und
-5 Grad.

Nächste Aktualisierung: spätestens Freitag, 09.01.2026, 07:00 Uhr

Deutscher Wetterdienst, VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Jens Winninghoff